Warum manchen alles gehört und anderen nichts

Beim Thema Gerechtigkeit wird in erster Linie auf die Verteilung der Einkommen geblickt. Die Rede ist dann oft von einer sich immer weiter öffnenden Einkommensschere. Dass diese Ungerechtigkeit existiert, steht außer Frage. Wir wollen in diesem Blogartikel den Blick auf die Vermögensverteilung in Deutschland richten, denn gerade dort werden langfristige und strukturelle Ungerechtigkeiten sichtbar. 

Die Bundesbank hat 2019 einen Bericht veröffentlicht, in dem sie die Verteilung der Vermögen in Deutschland in 2017 detailliert aufzeigt. Wir wollen euch die wichtigsten Ergebnisse verständlich zusammenfassen.

Wie viel Vermögen hat denn nun eine Durchschnittsfamilie?

In Deutschland besitzt jeder Haushalt im Durchschnitt 232.800 Euro (vgl. Bundesbank Bericht). Das Vermögen kann dabei fast alles sein: das Tagesgeldkonto, Aktien, Immobilien, das Auto, Gold und andere Wertgegenstände. Das klingt erst einmal nach richtig viel.

Besitzt du so viel oder besitzen die Haushalte in deinem Freundes- und Bekanntenkreis so viel? Vielleicht der eine oder andere, aber sicher nicht jeder. Denn bei dieser Zahl handelt es sich wie gesagt um einen Durchschnittswert, genauer gesagt, um das arithmetische Mittel. 

Wie Durchschnittswerte ermittelt werden

Das arithmetische Mittel wird ermittelt, in dem man das gesamte Vermögen der Deutschen addiert und durch die Anzahl der Haushalte teilt. Dabei fließt das Vermögen eines Multimillionärs genauso ein wie das einer Person mit lediglich 500 Euro auf dem Girokonto. 

Der Durchschnitt, der mit einem arithmetischen Mittel gebildet wird, ist also nur begrenzt aussagekräftig. 

Um die Schwächen des arithmetischen Mittels auszugleichen, lohnt ein Blick auf den Median. Um den Median zu ermitteln, reiht man alle einzelnen Haushaltsvermögen in einer Reihe auf. Wichtig ist, dass sie aufsteigend sortiert werden. Der Wert in der Mitte ist der Median. 50% der Haushalte haben demnach mehr und 50% haben weniger Vermögen als der Mittelwert. 

Der Median liegt in Deutschland laut Bundesbank bei 70.800 Euro und damit deutlich unter dem Wert des arithmetischen Mittels. Die obersten 10% haben im Median hingegen  ein Vermögen von 555.400 Euro. Damit gehört ihnen insgesamt 55% des gesamten Vermögens in Deutschland. 

Wie wirken sich Immobilien auf das Vermögen aus? 

Interessant ist auch die Verteilung zwischen Mietern und Immobilienbesitzern. Mieter haben ein Medianvermögen von nur 10.400 Euro, wohingegen Immobilienbesitzer 277.000 Euro besitzen. 

Die Bundesbank weist in ihrem Bericht darauf hin, dass der Besitz der Immobilie selbst nicht für den Unterschied verantwortlich ist. Also nicht: wer eine Immobilie hat, hat deshalb mehr Vermögen. Die Immobilie sei eher ein Indikator für die Zusammensetzung des Haushalts, der darin lebt. Immobilienbesitzer unterscheiden sich von Mietern enorm im Hinblick auf: Alter, Familienstand, Einkommen, Haushaltsgröße, etc. Die Immobilie ist also das Ergebnis, das aus diesen Faktoren resultiert und stiftet selbst nicht das Vermögen. 

Außerdem sei die Entwicklung der Hauspreise ebenso ein Faktor, der die Ungleichheit noch verstärkt hat. 

Median oder arithmetisches Mittel?

Grundsätzlich finden wir den Median aussagekräftiger als das arithmetische Mittel. Im Idealfall nutzt man jedoch beide Werte, da vor allem die Differenz zwischen arithmetischen Mittel und Median Bände sprechen kann und Ungleichheiten zu Tage treten lässt.


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