Warum manche alles haben und andere nichts. Teil 2

Wir kennen unser eigenes Vermögen und die jeweiligen Bestandteile ganz genau. Was uns aber schon lange interessiert hat, ist wie andere ihr Vermögen aufteilen. Eigentlich spielt es keine Rolle und hat auch keinen Einfluss auf unsere Investitionsentscheidungen. Dennoch ist die Neugier groß. Fündig sind wir im Bericht der Bundesbank geworden. 

Dort werden die Vermögensbestandteile in Finanzvermögen, Immobilienvermögen, Sachvermögen und unbesicherte Kredite unterteilt. 

Die Vermögenszusammensetzung in Deutschland

Die Ergebnisse der Bundesbank überraschen nicht, aber geben dennoch spannende Einblicke. Diese wollen wir dir hier verständlich zusammenfassen. 

Die Haushalte wurden hierbei in Gruppen eingeteilt, die sich nach dem Vermögen richten. Die ersten vier Gruppen entsprechen jeweils 20% der Haushalte, die letzten beiden entsprechen den zwei vermögendsten Haushaltsgruppen (je 10% der Gesamtheit).

Die untersten 20%

Die Haushalte, die in Deutschland am wenigsten besitzen, wurden hier als die untersten 20% definiert. Die Übersicht zeigt deutlich, dass im Durchschnitt ein minimales Finanzvermögen besteht (z.B. Giro- oder Tagesgeldkonten), aber demgegenüber relativ hohe unbesicherte Kredite stehen. Unbesichert sind Kredite dann, wenn der Schuld kein Vermögenswert gegenüber steht. Kauft man ein Auto auf Kredit, ist das Auto in der Regel auch die Sicherung. Das gleiche gilt bei einem Immobilienkauf. 

Das zweite Quantil

Diese Haushaltsgruppe ist die zweitärmste. Sie besitzt im Durchschnitt nur ein kleines Finanzvermögen, hat dafür aber auch nur wenig Schulden. 

Das dritte Quantil

Diese Haushaltsgruppe spiegelt genau die Mitte aller Haushalte wider. Das heißt jedoch nicht, dass sie genau die Hälfte besitzt. Es bedeutet, dass 50% der Haushalte weniger haben als diese Gruppe und 50% mehr. Wieviel mehr oder wieviel weniger, ist nicht gesagt. 

In dieser Haushaltsgruppe spielen zum ersten Mal Immobilien eine Rolle. Deshalb sind hier auch Hypothekenschulden zu sehen. Die Höhe des durchschnittlichen Immobilienvermögens zeigt aber, dass hier bei weitem nicht jeder über eine Immobilie verfügen kann oder diese nur anteilig besitzt. 

Das vierte Quantil

Für die vierte Gruppe der Haushalte ist das Immobilienvermögen der größte Faktor. Im Durchschnitt ist fast 3/4 des Vermögens in Betongold gebunden. Dazu kommt natürlich noch das Finanzvermögen und ein kleines Sachvermögen. 

Das fünfte Quantil

Das fünfte Quantil entspricht den zweitreichsten 10% im Hinblick auf das Vermögen. 

Der mit Abstand größte Vermögenswert sind Immobilien (im Durchschnitt über 300.000 Euro). Dazu kommt auch hier vor allem das Finanzvermögen und ein kleineres Sachvermögen. Die Hypothekenschulden sind interessanterweise deutlich kleiner im Verhältnis zum Immobilienwert als bei der vorherigen Gruppe. 

Das sechste Quantil

Die obersten 10% werden in dieser Darstellung als das sechste und letzte Quantil ausgewiesen. Sie besitzen fast dreimal so viel wie die vorangehende Vermögensgruppe und etwa zehnmal so viel wie die Mitte. 

Allein das Immobilienvermögen liegt hier im Durchschnitt bei etwas unter 1 Mio. Euro. Zum ersten Mal spielt jetzt auch das Sachvermögen eine signifikante Rolle. Unter Sachvermögen fallen z.B. Fahrzeuge, Schmuck, Sammlungen, etc., also quasi alles außer Immobilien.

Das Finanzvermögen liegt im Schnitt bei etwa 200.000 Euro. 

Was überrascht hat

Viele der Erkenntnisse des Bundesbank Berichts waren für die meisten wahrscheinlich zu erwarten. Es gibt aber einige Faktoren, die uns überrascht haben. Diese wollen wir hier einmal für euch zusammenfassen: 

  • Das Immobilienvermögen wächst sehr viel stärker als das Finanzvermögen zwischen den einzelnen Haushaltsgruppen.
  • Im Allgemeinen wächst das Finanzvermögen zwischen den Vermögensgruppen nicht so stark wie wir erwartet hätten. 
  • Unbesicherte Kredite spielen in allen Vermögensgruppen eine Rolle. Wirklich relevant (im Hinblick auf das Gesamtvermögen) sind sie vor allem bei den ärmsten 20%. Spannend ist trotzdem, dass selbst die obersten 10% unbesicherte Kredite haben. 
  • Die mittleren Haushalte bauen als erstes Finanzvermögen auf. Im zweiten Schritt folgen Immobilien.
  • Sachvermögen spielt nur bei den obersten 10% eine signifikante Rolle

Hier zeigt sich auch nochmal die Schwäche des arithmetischen Mittels. In der Übersicht der Bundesbank ist auf der linken Seite der Durchschnitt des Vermögens im arithmetischen Mittel angegeben. Vergleicht man diese Aufstellung mit den einzelnen Quantilen sieht man auf den ersten Blick, dass nur die beiden letzten Quantile (also zusammen 20% der Haushalte) mehr als der „Durchschnitt“ besitzen. Alle anderen Quantile (80%) haben deutlich weniger Vermögen.


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