Warum die Deutschen dumme Investitionsentscheidungen treffen

Wie teilen andere ihr Vermögen auf? 

Wolltest du schon immer wissen, wer wie viel in Deutschland besitzt? Die Bundesbank hat in ihrem von uns schon häufig zitierten Bericht die Portfoliostruktur privater Haushalte in Deutschland detailliert aufgeschlüsselt. 

Die folgende Übersicht gibt kurz und knapp Auskunft darüber, wie viel die Deutschen besitzen und vor allem wie sich das Vermögen aufteilt. 

Aufbau der Übersicht

Die Übersicht zeigt das Portfolio der einzelnen Haushalte (Achtung: nicht von Einzelpersonen) und vergleicht die Jahre 2010, 2014 und 2017. Neben den einzelnen Positionen auf der linken Seite finden sich direkt daneben die prozentualen Angaben. Beispiel: Wie viel Prozent der Haushalte besitzt ein Sparkonto mit Sparguthaben? 

Neben dieser Angabe finden sich die arithmetischen Mittelwerte im Jahresvergleich und ganz rechts die Medianwerte im Vergleich. 

Falls nicht mehr ganz klar sein sollte, was der Unterschied zwischen Median und dem arithmetischen Mittel ist, kannst du das in diesem Blogbeitrag nachlesen. 

Bedeutung von Aktien und Fonds im Portfolio

Die Übersicht der Bundesbank ist extrem interessant und aussagekräftig. Nimm dir ruhig Zeit und denke dich in die, auf den ersten Blick, trockenen Zahlen hinein. Wir wollen den Blick nun ausschließlich auf Aktien und Fonds richten. 

Fonds

Der prozentuale Anteil der Haushalte, die Fondsanteile besitzen, ist im Zeitverlauf zwischen 2010 und 2017 nahezu konstant geblieben. 2017 hielten nur 16% der Haushalte Anteile an Fonds (ohne private Altersvorsorge). Im Mittelwert haben diese Haushalte 37.500 Euro in Fonds und im Median 12.900 Euro

2014 lag der Anteil bei 13%, der Mittelwert bei 39.800 Euro und der Median bei 14.800 Euro.

2010 hatten 17% der Haushalte Geld in Fonds investiert, im Mittel 29.000 Euro und im Median 10.000 Euro. 

Das spricht dafür, dass sich vor allem Investoren mit geringen Investitionssummen in den letzten Jahren vom Fondsmarkt zurückgezogen haben. 

Aktien

Nur 11% der Haushalte in Deutschland besitzen Aktien. Erstaunlich weniger, oder? 

2010 hielten die investierten Haushalte rund 29.100 Euro, was sie bis 2017 auf 43.700€ steigern konnten. Sicherlich ist zumindest Teil dieser Ausweitung auf Kursgewinne zurückzuführen. 

Die Medianentwicklung hingegen ist nicht so ausgeprägt (2010: 8.600 Euro; 2017: 9.900 Euro). Was hier auffällt: Die Summen sind nahezu identisch mit den Beträgen, welche die Haushalte als Sparguthaben angegeben haben. 

Gerade weil nur 10-11% der Haushalte in Aktien investiert sind, liegt der Schluss nahe, dass es sich hier eher um mindestens die gut situierte Mittelschicht handelt. Der Median verrät jedoch, dass diese Annahme nicht umfänglich zutrifft oder die Anleger eher risikoavers agieren und nur einen kleinen Anteil des Vermögens in risikoreicher Aktien investieren.

Fazit

Wenn das Auto nominal fast so viel wert ist wie der Betrag der zur Vorsorge und Vermögensbildung aktiv investiert wird, dann kann man von einem Ungleichgewicht sprechen.

Dreiviertel der Haushalte halten „Vermögen“ in Form eines Fuhrparks, auch wenn es nur der rostige Twingo ist. Aber der Anteil, der in Aktien und Fonds investierten Haushalte ist im Vergleich lächerlich niedrig. Gerade in Zeiten von explodierenden Immobilienpreisen, die einen Investitionskauf fast unmöglich machen, und Niedrigzinsen, überrascht es, dass die Ersparnisse nicht gewinnorientierter investiert werden.

Ich spreche bewusst nicht von gewinnbringender, sondern von gewinnorientiert. Dass Aktien und Fonds Risiken bergen, liegt auf der Hand. Allerdings bieten sie auch Chancen, wenn man denn wohl überlegt und immer im Bewusstsein seines eigenen Risikoprofils agiert. 


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