Diese 5 Dinge erzählt dir niemand, bevor du ETFs kaufst

ETFs stehen für risikoarme, günstige und einfache Investitionen im Vergleich zu Einzelaktien oder aktiv gemanagten Fonds. In der Tat haben ETFs enorme Vorteile. Sie sind gerade für Anfänger und passive Anleger, die trotzdem gute Renditen erzielen wollen, eine absolute Empfehlung. 

Für alle, die sich noch vor dem ersten ETF-Kauf umfangreich informieren wollen, haben wir die 5 wichtigsten Punkte zusammengefasst, die es zu beachten gilt und die auf keiner ETF-Werbeseite zu finden sind. 

# 1 Kosten und Gebühren

ETFs kosten Geld – und zwar nicht nur beim Kauf. Die Gebühren, die bei jedem einzelnen Sparplan-Kauf anfallen, haben die meisten noch auf dem Schirm. 

Anders sieht es bei der jährlichen Managementgebühr für den ETF aus. Auch wenn die Kosten hierfür in der Regel bei unter 1 Prozent liegen, was im Vergleich zu den Kosten für aktiv gemanagten Fonds fast lächerlich erscheint: 

Es sind laufende Kosten, die jedes Jahr anfallen, solange du den ETF hältst. 

Überspitzt formuliert kommt hier ein negativer Zinseszinseffekt zum Tragen. Jeder Euro, der für die Gebühren fällig wird, wird nicht investiert. Gerade bei langen Laufzeiten und einer buy&hold Strategie, kann sich hier über die Jahre einiges an entgangenen Gewinnen ansammeln. 

Diese Gebühren werden natürlich auch in Jahren mit fallenden Kursen fällig und nicht nur dann, wenn du auf der Erfolgsspur bist. 

# 2 Steuern 

Du hoffst, dass dein ETF entweder Dividenden abwirft oder dass du deine Anteile zukünftig mit einer beachtlichen Rendite verkaufen kannst? Dann vergiss besser nicht, dass du auf diese Gewinne 25 Prozent Abgeltungssteuer abführen musst. 

Dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, sowie für Mitglieder Kirchensteuer (8 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg; 9 Prozent in den anderen Bundesländern). 

Die Steuerlast reduziert sich um den jährlichen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 bzw. 1.602 Euro, sofern der Freistellungsauftrag komplett auf dein Depot läuft. Vergiss also besser nicht diesen einzurichten. 

# 3 Auflösung / Liquidation des ETFs

Auch wenn du deine ETF Investition auf lange Sicht planst, kann es passieren, dass dein ETF geschlossen wird. Zwar wird dich der Anbieter über die anstehende Auflösung in Kenntnis setzen und du verlierst nicht von einer Sekunde auf die andere dein Investment. Trotzdem ergeben sich dadurch für dich Nachteile. Allein die Ankündigung, dass ein ETF liquidiert werden soll, sorgt für fallende Preise. Um die Kursgewinne zu sichern, werden die Anteilseigner so schnell wie möglich verkaufen wollen. Je größer das Volumen des ETFs, desto geringer ist das Risiko, dass dieser aufgelöst wird.

# 4 Wertpapierleihe

Viele ETF-Anbieter nutzen die sogenannte Wertpapierleihe (hier findest du die Informationsseite von Blackrock zur Wertpapierleihe), um die Erträge des ETF noch zu steigern. 

Klingt zwar gut, bedeutet aber: Der ETF, von dem du Anteile für deinen Vermögensaufbau oder deine Altersvorsorge kaufst, verleiht genau diese Anteile an Dritte weiter. Das können z.B. andere Finanzinstitute sein. Sie müssen dann eine Gebühr für die Entleihung bezahlen und eine Sicherheit hinterlegen. Das ganze System basiert darauf, dass der Dritte nicht ausfällt und den Anteil tatsächlich zurückgeben kann. 

Das alles erhöht zwar deine möglichen Erträge, aber eben auch dein Risiko. 

Wir fragen uns: Ist es wohl auch möglich, dass Anbieter A ETF-Anteile an Finanzinstitut B verleiht. Finanzinstitut B wiederum verleiht die Anteile an Institution C usw. ? Keine schöne Vorstellung. 

# 5 Ballungsrisiken / Spekulationsblase

Du kennst bestimmt den Film “The Big Short” über den Hedgefonds Manager Michael Burry, der das Platzen der US-Immobilienblase prognostiziert hat. Michael Burry ist keine Hollywood Erfindung, sondern existiert wirklich. 

Er ist der Meinung, dass ETFs auf Grund ihrer Eigenschaften und zunehmenden Marktrelevanz zu einer Blasenbildung führen. Und Blasen neigen bekanntlich dazu, über kurz oder lang, zu platzen. Tatsächlich steigt die Zahl der ETFs am Markt rasant, genauso wie die Anzahl der abgeschlossenen Sparpläne auf ETFs sowie das investierte Vermögen. Die Bedeutung von ETFs nimmt also zweifelsfrei zu. 

Bisher verweisen alle Kritiker von Michael Burrys Theorie vor allem auf den geringen Anteil von ETFs am Gesamtmarkt. Dieses Verhältnis verändert sich allerdings zunehmend und damit erhält die Theorie der Bubbel Aufwind.

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