ETF-Lexikon

Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um das Thema ETFs in einfachen Worten.

Aktiengesellschaft

Eine Aktiengesellschaft (AG) ist die Rechtsform eines Unternehmens. Bei einer AG wird das Grundkapital des Unternehmens in kleine Anteile zersplittert, in Aktien. Diese Anteile können von den Aktionären erworben werden. Ihnen gehört dann der entsprechende Anteil am Unternehmen.

Asset-Allokation 

Ein Asset ist ein einzelner Vermögenswert. Allokation bedeutet Verteilung. Also: Wie verteilt sich dein Kapital? Hast du Aktien, Immobilien oder Gold? In welchen Währungen werden sie gehandelt und in welchen Ländern? Die Asset-Allokation gibt darüber Aufschluss, ob du dein Vermögen auf ausreichend viele verschiedene Standbeine gestellt hast.

Ausschüttender ETF

Ein ausschüttender ETF ist das Gegenteil eines thesaurierenden ETF. Wie der Name schon sagt, bekommst du regelmäßig die Erträge ausgeschüttet. Sie wird dir automatisch auf dein Anlagekonto gutgeschrieben.

Blue Chip

Ein Blue Chip ist die Aktie eines Großunternehmens, die eine außergewöhnlich hohe Marktkapitalisierung, starke Bonität und zumeist auch regelmässige Dividendenausschüttungen hat.

Briefkurs

Der Briefkurs ist der niedrigste Preis zu dem jemand bereit ist, sein Wertpapier zu verkaufen.

Broker 

Ein Broker ist ein Makler für Wertpapiergeschäfte. Er übernimmt stellvertretend für dich den Kauf von ETFs, Aktien oder anderen Wertpapieren. Für seine Arbeit erhält er eine Vermittlungsgebühr, die Brokerage.

Core-Satellite-Strategie

Die Core-Satellite-Strategie ist eine Anlagestrategie. Sie besteht aus einem großen, relativ risikoarmen Kern (dem Core). Für viele sind ETFs ein geeigneter Kern, der von risikoreicheren Satelliten umgeben ist. In dieser Kombination (Kern + Satelliten) soll das Risiko einerseits reduziert und gleichzeitig die Renditechancen erhöht werden. Das Beste also aus beiden Welten.

Cost-Average-Effekt

Der Preis für Wertpapiere schwankt permanent – mal steigt er, mal fällt er. Würdest du dein Geld auf einen Schlag investieren, müsstest du mit dem Risiko leben, dass du vor dem Kauf nicht weißt, ob du gerade schon am tiefsten, höchsten oder sonst einem Punkt der Kurve bist.

Mit einem Sparplan kannst du den Durchschnittskosteneffekt nutzen und deine Investition in viele kleine Teile aufsplitten, um dieses Risiko zu reduzieren. Der Sparbetrag für deinen ETF ist immer gleich (außer du änderst ihn bewusst). Das führt dazu, dass du bei günstigen Kursen mehr Anteile von einem ETF kaufst als bei höheren Kursen.

Anders als viele glauben hilft dir der Durchschnittskosteneffekt nicht deine Rendite zu maximieren. Sondern: Du minimierst damit dein Risiko, denn er ist vor allem bei zeitweise negativen Kursen eine Absicherung im Vergleich zum Einmalkauf.

DAX

DAX steht für Deutscher Aktienindex. Es handelt sich um einen Index, der die Wertentwicklung der 30 größten (hinsichtlich der Marktkapitalisierung) Unternehmen misst, die am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden.

Depot

Ohne Depot keine Wertpapiergeschäfte. Das Depot dient als eine Art Lager für deine ETFs und Aktien. Du kannst es über deinen Onlinezugang einsehen und siehst dort immer, wie sich deine Anteile entwickelt haben. Dein Depot ist in der Regel immer mit einem Verrechnungskonto bzw. einem Anlagekonto verknüpft. Von diesem Konto werden deine Käufe bezahlt, wenn du verkaufst fließt das Geld dorthin zurück.

Depotbank

Die Depotbank ist ein Geldinstitut. Sie bietet dir die Möglichkeit ein eigenes Depot zu eröffnen. Die Konditionen der einzelnen Banken unterscheiden sich enorm, weshalb sich das Vergleichen lohnt. Man muss folglich nicht bei seiner Hausbank ein Depot eröffnen.

Diversifikation

Mit Diversifikation meint man die Streuung deiner Anlagen auf unterschiedliche Standbeine, z.B. dein Tagesgeldkonto für deinen Notgroschen, Festgeld, Aktien, Crowdinvesting, Immobilien.

Dein Ziel sollte es nicht sein, so viele verschiedene Anlagenformen wie möglich zu haben. Manche passen besser zu dir als andere. Du solltest dich jedoch niemals nur auf eine oder zwei verlassen.

Dividende

Viele Aktiengesellschaften schütten einen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre aus. Man spricht deshalb auch von Ausschüttung.

Nicht alle Unternehmen schütten einen Teil des Gewinns aus. Ob und wie viel Dividende ein Unternehmen ausschüttet, erfährt man mit Gewissheit erst nach der jährlichen Hauptversammlung. Der Vorstand des Unternehmens schlägt auf Basis des letzten Geschäftsjahres einen Betrag pro Aktie vor. Über diesen Vorschlag wird dann auf der Hauptversammlung abgestimmt (einfache Mehrheit).

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist ein Bewertungsansatz für Aktien. Er setzt die Höhe der Dividende ins Verhältnis zum Kurs der Aktie.

Berechnung:

Dividendenrendite = (Dividende / Aktienkurs) x 100

Dieses Verfahren lässt sich auch auf ausschüttende ETF übertragen.

Emittent

Der Emittent ist derjenige, der Wertpapiere ausgibt. Das kann ein Unternehmen sein, ein Staat oder auch ein Kreditinstitut.

Emittentenrisiko

Wenn du Wertpapiere kaufst, musst du dich einer Menge Risiken stellen. Eines dieser Risiken ist, dass der Emittent (z.B. der Herausgeber deines ETFs) zahlungsunfähig wird. Problematisch ist das vor allem bei synthetischen ETFs, wenn es keinen physischen Gegenwert für deine Investition gibt.

ETF (Exchange Traded Fund)

ETF steht für Exchange Traded Fund. In einfachen Worten ist ein ETF das Abbild der Wertentwicklung von bestimmten Wertpapieren (dem Index).

ETF Sparplan

Mit einem ETF Sparplan kannst du in einem regelmäßigen Intervall (monatlich / 3-monatlich) mit einem festen Betrag in einen bestimmten ETF einzahlen.

Flat-Fee-Angebote

Eine Flat-Fee ist ein Festpreis, zu dem du Wertpapiere kaufen kannst. Meistens gibt es eine Mindestsumme, für die du kaufen musst.

Fonds

Ein Fonds, bzw. ein Investmentfonds, besteht aus dem Geld von verschiedenen Anlegern. Da so natürlich eine höhere Summe als bei einer einzelnen Person zusammenkommt, kann über den Fonds eine größere Streuung vorgenommen werden. Dadurch sinkt für die Beteiligten das Risiko der Investition.

Gehebelter ETF

Ein gehebelter ETF oder auch ein leveraged ETF versprechen eine größere Rendite (jeweils um den Hebel größer). Allerdings sind sie auch mit größeren Risiken verbunden. Da sie die Wertentwicklung des Index auf einer täglichen Basis abbilden und deutlich höhere Verwaltungsgebühren aufrufen, sind sie für Privatpersonen bei langfristigen Investments ungeeignet.

Geld-Brief-Spanne

Die Geld-Brief-Spanne ist der Abstand zwischen dem Preis, den jemand bei Verkauf seines Wertpapiers erzielen möchte und dem Preis, den ein Käufer bereit ist zu bezahlen.

Geldkurs

Der Geldkurs ist der Preis zu dem ein Käufer bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen.

Hauptversammlung

Jede Aktiengesellschaft ist verpflichtet, neben einem Aufsichtsrat und einem Vorstand, auch die sogenannte Hauptversammlung auszurichten. Dort finden die Aktionäre einmal im Jahr zusammen. Es wird auch über die Verwendung des Gewinns des Unternehmens und damit über die Höhe der Dividende entschieden.

Index

Ein Index ist die Grundlage, wenn man die Entwicklung von mehreren Aktien auf einen Blick verfolgen will. Man wählt bestimmte Aktien, nach den gewünschten Kriterien aus und gewichtet diese je nach Marktkapitalisierung. Der bekannteste deutsche Index ist der DAX.

International Securities Identification Number (ISIN)

Die ISIN ist die Internationale Wertpapierkennnummer. Sie besteht aus zwölf Buchstaben und Zahlen. Damit ist das Identifikationsmerkmal für Wertpapiere.

Liquidation

Mit Liquidation ist das Auflösen des ETF gemeint.

Falls du dich für einen kleinen Nischen-ETF entschieden hast, der nun aus Anbieter-Perspektive nicht gut genug performt, kann es sein, dass der ETF liquidiert wird. Das heißt, er wird aufgelöst. Es gibt natürlich noch weitere Gründe, warum ein ETF aufgelöst werden kann.

In diesem Fall ist erst mal keinen Panik angesagt, denn deine Investition ist als Sondervermögen geschützt. Nachdem du die Ankündigung erhalten hast, dass das ETF liquidiert werden soll, kannst du deine Anteile noch verkaufen.

Um die Liquidation zu vollziehen, verkauft der ETF am Ende alle enthaltenen Wertpapiere. Solltest du deine Anteile nicht verkauft haben, wirst du am Erlös beteiligt.

Marktkapitalisierung

Um herauszufinden wie viel ein Unternehmen wert ist (Wert des Eigenkapitals), reicht nicht allein der Blick auf den aktuellen Aktienkurs. Es ist zusätzlich wichtig zu wissen, wie viele Aktien überhaupt im Umlauf sind. Aktien, die das Unternehmen selbst hält, zählen nicht in die Berechnung mit ein.

Berechnung:

Marktkapitalisierung = Anzahl der Aktien x Kurs

Physische Replikation

Ein ETF versucht einen vorgegebenen Index so genau wie möglich nachzubilden. Die Nachbildung bezeichnet man auch als Replikation. Es gibt die physische und die synthetische Nachbildung.

Wird ein ETF vollständig physisch nachgebildet, gehören dem ETF genau die Anteile, die er im Index ausweist. Diese Methode findet in der Praxis immer weniger Verwendung. Je breiter oder internationaler ein ETF, desto schwieriger ist es, diesen mit vollständig physisch nachzubilden.

Die meisten ETF werden heute über Stichproben (Samplings) nachgebildet. Welche Vor – und Nachteile sich daraus ergeben, werden wir in einem Blogbeitrag behandeln.

Rendite

Wie viel Ertrag hat dir deine Investition in einem Jahr gebracht? Die Rendite wird immer in Prozent angegeben.

Berechnung:

Rendite = (Dein Ertrag – deine Investitionssumme) / deine Investitionssumme

Sondervermögen

Die Investmentgesellschaft oder Kapitalverwaltungsgesellschaft, die deinen ETF anbietet, ist ein Unternehmen, das wie jedes andere nicht vor der Pleite geschützt ist. Da deine Investition aber als sogenanntes Sondervermögen gilt, wäre sie im Fall einer Insolvenz geschützt.

Synthetische Replikation

Ein ETF versucht einen vorgegebenen Index so genau wie möglich nachzubilden. Die Nachbildung bezeichnet man auch als Replikation. Es gibt die physische und die synthetische Nachbildung.

Wird ein Fonds synthetisch nachgebildet, gibt es im Bestand des ETFs keine tatsächlichen Anteile an den Wertpapieren. Die Indexrendite kann dem nach auch nicht aus Kursgewinnen kommen, sondern diese werden vom ETF Anbieter und dem entsprechenden Finanzinstitut vertraglich vereinbart.

Synthetische ETFs werden vor allem bei Investitionen in Nischen – oder Rohstoffmärkten eingesetzt. Die Verwaltungsgebühren sind meistens günstiger als bei physischen ETFs, allerdings hängt die Sicherheit des Investments auch noch zusätzlich zu den anderen Risiken, an der Zahlungsfähigkeit des Finanzinstituts.

Thesaurierender ETF

Ein thesaurierender ETF legt die Erträge direkt wieder an und zahlt sie nicht wie ein ausschüttender ETF regelmäßig an dich aus. Gerade wenn man ETFs für die Altersvorsorge nutzen will, sollte man auf einen thesaurierenden ETF zurückgreifen. So wird man erst gar nicht verleitet, die Erträge auszugeben.

Total Expense Ratio (TER)

Die Gesamtkostenquote enthält alle Kosten: Verwaltungsgebühren und Depotbankgebühren.

Nicht enthalten sind die Transaktionskosten, die bei Kauf und Verkauf entstehen, oder Ausgabeaufschläge.

Bei der Berechnung gibt es jedoch internationale Unterschiede.

Tracking Error

Der Tracking Error, zu deutsch Nachbildungsfehler, ist die Differenz zwischen dem Index und seinem Vorbild. Gewünscht ist eine perfekte Abbildung, allerdings ist das in der Realität nie zu 100% möglich. Je höher der Nachbildungsfehler, desto größer ist die Abweichung von der Benchmark.

Transaktionskosten 

Der Begriff Transaktionskosten wird nicht nur im Zusammenhang von Wertpapiergeschäften genutzt, sondern steht generell für alle anfallenden Kosten, die im Zusammenhang mit einem Geschäftsabschluss stehen.

Dazu zählen Informationskosten, Transportkosten, Kontrollkosten, etc.

Volatilität 

Die Kurse von Aktien oder ETF schwanken, diese Schwankung(-sintensität) bezeichnet man als Volatilität. Als Bezugsgröße benötigt man einen Basiswert, von dem der Abstand zum aktuellen Kurs angegeben wird. Je größer die Schwankungen, desto risikoreicher scheint die Option zu sein. Genau dieses Risiko suchen bestimmte Anleger, da sich hieraus auch immer Chancen ergeben.

Wertpapierkennnummer (WKN) 

Die Wertpapierkennnummer ist die deutsche Identifikationsnummer für Wertpapiere. Sie hat sechs Ziffern und Buchstaben. Vor 2003 bestand die WKN nur aus einer Zahlenabfolge, danach wurde zur Kombination aus Buchstaben und Zahlen gewechselt.

Jedes Wertpapier, das in Deutschland gehandelt wird, hat immer sowohl die WKN als auch die ISIN.

Zinseszins

Wer auf sein Kapital Zinsen erhält und die Zinsen wieder anlegt, erhält folglich auf den Zins einen Zins – den Zinseszins.

Hier kommt ein kleines Beispiel:

Du hast 1000€ und willst sie für 50 Jahre mit 5% Zins anlegen.

Variante 1: Du sammelst die Zinsen, die du dafür erhältst getrennt von den 1000€ und legst sie nicht wieder an, gibst sie aber auch nicht aus. Nach 50 Jahren hast du insgesamt 3.500€ zusammen. Ziemlich wenig, oder?

Variante 2: Du legst die jährlich ausbezahlten Zinsen direkt wieder mit deinen 1000€ Anfangskapital an. So verfährst du jedes Jahr. Nach 50 Jahren sind so aus 1.000€ ganze 11.467€ geworden.

Dieses Rechenbeispiel kannst du dir mitsamt der Formel auch nochmal bei Wikipedia anschauen.

Da die Zinsen heute lange nicht mehr so hoch sind, macht die klassische Sparbuchvariante keinen Sinn mehr. Der Zinseszinseffekt ist aber 1:1 auf ETF Sparpläne anwendbar, deshalb sind thesaurierende ETF bei langfristigen Geldanlagen auch so empfehlenswert. Die Erträge arbeiten irgendwann automatisch für dich mit.

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