Vorsorge Starter

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Der Start ist der Anfang (auch wenn manche einen Vorsprung haben)

Während des Studiums waren wir die klassischen Vorsorge Starter: Trotz Studentenjobs hatten wir nie genug Geld, um zu sparen. Alles was wir verdienten, gaben wir spätestens bis zum Monatsende aus. 

Wir lebten trotzdem sparsam, weshalb wir heute mit einigem Stolz sagen können: Wir waren in der ganzen Zeit nicht einmal im Dispo, obwohl die Finanzen extrem auf Kante genäht waren. Sparen war im Studium eher “mit dem Geld bis zum Monatsende durchhalten” und nicht “Geld zurücklegen für das Alter”.

Im Studium oder der Ausbildung ist das auch alles andere als schlimm. Es ist ein vorübergehender Zustand, bei dem das Lernen im Vordergrund steht. Letztlich zahlt diese Zeit direkt auf die persönliche Weiterentwicklung ein und schafft so das Fundament, auf dem man im Berufsleben aufbauen kann. 

Für alle die schon fest im Leben stehen und trotzdem noch nicht den Start in die Vorsorge geschafft haben, folgen hier einige Tipps und Tricks. 

Wie mit der Vorsorge anfangen? 

Zu hoffen, dass am Monatsende noch etwas Geld auf dem Konto sein möge, ist ja ganz charmant, aber nicht sehr strategisch oder klug. Egal, ob du nur gerade so durch den Monat kommst oder nicht, ein genauer Blick auf Einnahmen und Ausgaben lohnt sich. Nur so kannst du herausfinden: Lebe ich über meinen Verhältnissen oder reicht das Geld eben gerade nur so. 

Die Einnahmen-Seite

Der erste Blick sollte kritisch auf die Einnahmenseite fallen: Wie viel verdienst du brutto? Wie viel kommt davon auf deinem Konto an? Gibt es sonst Einnahmen (Kindergeld, Unterhalt, etc.)? Recherchiere welches Gehalt für deinen Beruf, deine Arbeitserfahrung und deine Branche üblich ist. Egal zu welchem Ergebnis du kommst: Geh auf deinen Vorgesetzten zu und verhandle dein Gehalt. Nur steigende Einnahmen schaffen langfristig Ersparnisse und vielleicht sogar ein kleines Vermögen. 

Die Ausgaben-Seite

Nach den Einnahmen sind deine Ausgaben dran. Gibt es einen Bereich, in dem sich etwas einsparen lässt? Ideal ist es, wenn du mindestens einen Monat alle deine Ausgaben (Stichwort Haushaltsbuch) aufschreibst. Nur so erhältst du einen Überblick über deine Finanzen.

Vielleicht findest du den ein oder anderen Posten, der sich einsparen lässt und der dir hilft, einen Notgroschen aufzubauen.

Der Notgroschen

Dein Notgroschen sollte mindestens drei Nettomonatsgehälter umfassen, sodass du gegenüber kurzfristigen, größeren Ausgaben gewappnet bist und nicht direkt im Dispo landest. 

Nur mal angenommen deine Waschmaschine geht morgen kaputt: Könntest du dir die Reparatur oder eine neue Maschine leisten? Nein? Dann fehlt dir definitiv der Notgroschen. 

Gerade Berufseinsteiger sollten von den ersten Gehältern diese Rücklage aufbauen. 

Tipps & Tricks für den Vorsorge-Einstieg

  • Wenn du deine Einnahmen und Ausgaben kennst, lege am Anfang des Monats den Betrag fest, den du sparen willst. Wartest du ab was am Ende noch übrig bleibt, ist in der Regel schon alles weg
  • Überweise den Sparbetrag direkt auf dein Tagesgeldkonto. Das Girokonto ist nur für deine laufenden Ausgaben gedacht und nicht für deine Rücklage
  • Läuft noch ein alter Vertrag von einem Fitnessstudio, Handy, etc.? Hast du einen günstigen Strom-, Gas- und Internetvertrag? Checke jetzt einmal alle deine Verträge und vergleiche Tarife
  • Reflektiere deine Ausgaben und hinterfrage deinen Konsum
  • Beantworte dir (möglichst ehrlich) die Frage: Lebe ich im Rahmen meiner Verhältnisse?
  • Trau dich und sprich mit deinem Vorgesetzten über dein Gehalt. Du kannst mit Sicherheit mehr rausholen und damit die Einnahmeseite stärken
  • Hast du Konsumschulden? Dann bau diese noch vor dem Aufbau des Notgroschens ab. Falls du einen Hauskredit oder ähnliches abbezahlst, ist das natürlich etwas anderes.

Ein paar möglicherweise überflüssige Worte

Nur du selbst kennst deine individuelle Situation und die Gründe für den fehlenden Notgroschen. Wir möchten dir deshalb mit unseren Ratschlägen nicht zu Nahe treten.

Es ist in unserer Gesellschaft nicht für jeden möglich ein großes Vermögen aufzubauen. Das erfordert nicht nur Durchhaltevermögen, sondern auch solide Rahmenbedingungen wie Job-Sicherheit, ein regelmäßiges und wachsendes Einkommen, Gesundheit, stabile familiäre Verhältnisse, Bildung. 

Sollte dich einer dieser Gründe bremsen, möchten wir dich noch mehr darin bestärken, an deinem Notgroschen zu arbeiten, um auf unvorhergesehene Ausgaben vorbereitet zu sein. Nutze darüber hinaus jeden Cent, um in dich, deine Bildung und dein Wohlergehen zu investieren. Wir glauben an dich und dass du es schaffen kannst, dir ein Stück finanzieller Freiheit zu erarbeiten.

Manche starten auch schon mit einem kleinen Vermögen auf dem Konto ins Leben. Vergleiche dich nicht mit diesen Personen, denn ehrlich gesagt wird es schwer diesen Vorsprung aufzuholen. Schau auf dich und deine Situation und hole für dich das Beste raus. Das hast du dir verdient.


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